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Aus der Buchreihe Rapid Wien, WAC, FAC oder WAF: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16
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Spielerprofil

Adolf Svaton

Vereine & Saisonen

Hertha WAC WAC / Hertha
1911/12 1912/13 1913/14 1914/15

Aufstellungen

Datum Heim Gast Position
1921-05-29 WAC Rudolfshügel left_back
1921-06-04 Hertha WAC left_back
1921-06-08 Amateure WAC left_back

Zur Person

Als am 3. September 1911 das erste Meisterschaftsspiel der Hertha angepfiffen wurde und damit ein neues Kapitel der österreichischen Fußballgeschichte begann, stand Adolf Svaton noch nicht zwischen den Pfosten. Damals gehörte das Tor ganz dem erfahrenen Leopold Kinateder, der als unumstrittene Nummer eins galt. Und Kinateder rechtfertigte dieses Vertrauen eindrucksvoll. Ausgerechnet beim übermächtigen WAC, gegen den kaum jemand den Außenseiter Hertha auch nur den Funken einer Chance einräumte, erkämpften die Hernalser ein sensationelles 0:0. Wahrlich, schlecht gehalten haben konnte jener Leopold Kinateder an diesem Tag nicht.

Auch eine Woche später, gegen den nächsten Giganten des Wiener Fußballs, den WAF, schlug sich die Hertha tapfer. Zwar setzte es eine knappe 1:2-Niederlage, doch wiederum hatte Kinateder keinen Anlass gegeben, an ihm zu zweifeln. So blieb er weiterhin der Hüter des Hertha-Tores, der letzte Mann, auf dessen Schultern die Hoffnungen des Vereins ruhten.

Doch der Fußball kennt keine ewigen Gewissheiten. Nach einem 2:2 gegen Simmering am 17. März 1912 fassten die Verantwortlichen einen folgenschweren Entschluss. Zwischen den Pfosten sollte frischer Wind wehen. Eine neue Zeit brach an.

Am 28. April 1912, im hitzigen Duell mit dem erbitterten Lokalrivalen Rudolfshügel, trat Adolf Svaton erstmals als Torhüter der Hertha auf die Bühne. Zwar endete die Begegnung mit einer schmerzhaften 0:1-Niederlage, doch Svaton hatte Eindruck hinterlassen. In einer Zeit, in der Torhüter oft nur dann erwähnt wurden, wenn sie versagt hatten, sprach das Schweigen über seine Fehler für sich. Von Leopold Kinateder las man danach kaum noch etwas. Die Stunde Adolf Svatons hatte geschlagen.

In der folgenden Saison erwarb sich der neue Schlussmann einen ausgezeichneten Ruf. Seine Leistungen blieben nicht unbemerkt, und so verpflichtete ihn zu Beginn der Saison 1913/14 ausgerechnet der große WAC. Für Svaton schien sich der Traum vom Aufstieg in die höchste Fußballgesellschaft zu erfüllen. Doch das Schicksal, das so oft mit den Hoffnungen der Menschen spielt, zeigte auch seine grausame Seite. Dieselben Journalisten, die Helden erschaffen konnten, erklärten ihn in jener Saison gar zum „schlechtesten Torhüter der Liga“. Ein hartes Urteil, das allerdings auch von der außerordentlichen Stärke jener Generation von Torhütern zeugte.

Dann brach der Sommer 1914 herein, und mit ihm verstummten vielerorts die Jubelrufe der Sportplätze. Der Erste Weltkrieg verschlang eine ganze Generation junger Männer. Auch Adolf Svaton legte die Torwarthandschuhe beiseite und zog in den Osten, wo er gegen die russischen Truppen kämpfen musste. Dort, fernab der Fußballplätze und ihrer friedlichen Wettkämpfe, erlebte er das Grauen des Krieges.

Bei den Kämpfen um Cholm wurde Svaton verwundet. Im selben Lazarett lag auch Viktor Gefäll, der Torhüter der Amateure, ein Mann, der das Schicksal nicht mehr verschonen sollte. Gefäll fiel den Schrecken des Krieges zum Opfer und starb. Svaton dagegen überlebte. Verwundet, aber nicht gebrochen. Er erholte sich rasch und kehrte, sooft ihm ein Heimaturlaub gewährt wurde, für kurze Momente in jene Welt zurück, die ihm einst so viel bedeutet hatte. Dann streifte er wieder das Dress des WAC über – nicht mehr als Torhüter, sondern als Feldspieler.

So wurde aus einem jungen Mann, der einst um einen Platz im Tor der Hertha kämpfen musste, ein Zeuge jener Zeit, in der der Fußball plötzlich unwichtig geworden war. Und während viele seiner Kameraden nie mehr auf einen Sportplatz zurückkehrten, trug Adolf Svaton die Narben jener Jahre weiter – als Fußballer, als Soldat und als einer der vielen Männer, deren Lebenswege von den Stürmen des 20. Jahrhunderts gezeichnet wurden.

Anekdoten & Zitate

Hertha-Torwart Adolf Svaton war im Spiel Hertha - Cricket (3:0) immer zur Stelle, wenn die Cricketer gefährlich vor das Hertha-Tor kamen. Svaton überlebte den ersten Weltkrieg und spielte im letzten Kriegsjahr für den WAC.

Hertha · Saison 1911/12 ·außergewöhnlich

Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 1242

Hertha-Torhüter Adolf Svaton ließ beim 2:0 im Spiel Amateure - Hertha (3:0) einen bereits gehaltenen Ball wieder aus den Händen fallen, der dann hinter die Linie kullerte - ein ungewöhnliches Eigentor.

Hertha · Saison 1912/13 ·lustig

Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 431

Beim WAC debütierte Adolf Svaton als neuer Torwart - er spielte schon zwei Saisonen bei der Hertha, und das immer gegen den Abstieg. Für ihn war dieser Transfer mit Sicherheit eine Verbesserung: erstmals durfte er bei einer Mannschaft im Tor stehen, die nicht im Abstiegskampf steckte, sondern ganz vorne mitspielte.

WAC · Saison 1913/14 ·skurril

Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 466

Als schlechtester Torhüter der Liga wurde vom Sportblatt WAC-Goalie Adolf Svaton auserkoren - das lag aber nicht daran, dass er so schlecht war, sondern eher daran, dass die anderen als so stark angesehen wurden. In der Sportblattausgabe vom 6. Dezember 1913 stand, dass sich 9 Torhüter von 10 Vereinen die Einberufung in die Nationalmannschaft verdienen würden - so begeistert war die Sportpresse Ende 1913 über die Leistungen der Erstligatorhüter Wiens. Im Spiel Rudolfshügel - WAC (2:1) ließ Svaton beim 1:0 einen harmlosen Ball von seinen geöffneten Händen hinter sich in das Tor prallen - schon ein Kunststück an sich, so etwas fertig zu bringen.

WAC · Saison 1913/14 ·lustig

Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1051, 2214

Der ehemalige Hertha- und WAC-Torwart Adolf Svaton hatte Ambitionen auf eine Offizierskarriere und weilte Anfang 1915 zur Ausbildung in Znaim. Svaton wurde vor der Winterpause 1913/14 zum schlechtesten Tormann der Liga gewählt - er hielt oft stark, aber leider zu unbeständig, und war an einem schlechten Tag immer für einen Pannentreffer gut. Er blieb während des gesamten Krieges beim WAC unter Vertrag, verlor aber schon nach 1913/14 seinen Stammplatz an Heinrich Plhak und konnte ihn auch während des Krieges nie zurückerobern - kurz vor und nach Kriegsende musste er sogar als Feldspieler einlaufen. Seinen letzten Einsatz hatte er beim Weihnachtsrundenspiel gegen Hertha am 26. Dezember 1918, wo er als Innenverteidiger spielte.

WAC / Hertha · Saison 1914/15 ·skurril

Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 1263