Spielerprofil
Erwin Puschner
Vereine & Saisonen
Zur Person
Erwin Puschner – der Mann, der beim WAC einfach nicht wegzuschieben war
Erwin Puschner wurde am 5. Jänner 1896 geboren. Damals fuhr in Wien noch die Pferdetramway, und niemand konnte ahnen, dass dieser Herr eines Tages beim Wiener AC die Gegner ebenso unerquicklich behandeln würde wie ein grantiger Schaffner einen Schwarzfahrer.
Puschner spielte für den WAC als Verteidiger beziehungsweise Läufer – also in jenen Positionen, in denen man damals hauptsächlich damit beschäftigt war, gegnerische Stürmer davon zu überzeugen, dass Fußball vielleicht doch nicht das richtige Hobby für sie sei.
In den frühen 1920er-Jahren gehörte er zu den Stammkräften der Pratermannschaft. So stand er etwa am 26. April 1924 beim 3:1-Sieg gegen Red Star Wien auf dem WAC-Platz in der Mannschaft. Damals kamen 4.000 Zuschauer, was ungefähr der Zahl jener Menschen entsprach, die anschließend behaupteten, sie hätten jede Aktion Puschners ganz genau gesehen.
Seine Leistungen waren sogar gut genug, um den österreichischen Teamchefs aufzufallen. Zwei Mal durfte er das Nationaltrikot überstreifen. Das erste Mal gegen Schweden, das zweite Mal gegen Spanien. Beide Partien gingen verloren. Man könnte also boshaft behaupten, Puschner habe seine Länderspielkarriere mit hundertprozentiger Niederlagenquote abgeschlossen – aber dafür kann ein Verteidiger ungefähr so viel wie der Fiaker für das Wetter.
Beim WAC hielt er sich hartnäckig. Erst eine schwere Verletzung und der Abgang anderer Spieler ermöglichten später Anton Bilek den Sprung auf den Stammplatz. Mit anderen Worten: Erwin Puschner räumte seinen Posten nicht freiwillig, sondern nur unter massivem körperlichem Protest.
Und weil ihm Fußballspielen allein offenbar zu langweilig war, wurde er 1930 sogar Trainer von Hajduk Split. Dort trat er die Nachfolge von Luka Kaliterna an. Nicht jeder WAC-Spieler schafft es schließlich, dass man eines Tages an der Adria sagt: „Holt uns den Wiener!“
Am 30. Juni 1966 starb Erwin Puschner im Alter von 70 Jahren. Heute gehört er zu jenen Fußballern, die nicht mit riesigen Schlagzeilen in Erinnerung geblieben sind, sondern eher zu jener ehrwürdigen Sorte, die jahrzehntelang in Vereinsarchiven, vergilbten Zeitungen und den Erzählungen alter WAC-Anhänger weiterleben.
Und irgendwo im Fußballhimmel sitzt Erwin Puschner vermutlich noch immer im Läufertrikot des WAC, schaut streng auf die moderne Spielweise und fragt sich, warum die Verteidiger heutzutage ständig den Ball haben wollen, anstatt einfach den gegnerischen Mittelstürmer ordentlich zu verwirren.
Anekdoten & Zitate
Zu Erwin Puschner sind derzeit keine Anekdoten verzeichnet.