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Aus der Buchreihe Sportclubs erster Meistertitel und Sindelars erster Auftritt
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Spielerprofil

Ferdinand Swatosch

Vereine & Saisonen

SC Simmering Rapid Simmering Amateure
1911/12 1912/13 1913/14 1918/19 1920/21 1922/23

Aufstellungen

Datum Heim Gast Position
1920-09-19 FAC Simmering centre_forward
1920-10-03 Simmering Rapid centre_forward
1920-10-10 Hakoah Simmering centre_forward
1920-10-31 Simmering Vienna centre_forward
1920-11-14 Hertha Simmering centre_forward
1920-11-21 Simmering Admira centre_forward
1920-11-28 Simmering Sportclub inside_left
1920-12-05 WAF Simmering centre_forward
1920-12-12 Wacker Simmering centre_forward
1921-02-13 FAC Amateure inside_left
1921-02-20 Vienna Amateure inside_right
1921-03-06 Hakoah Amateure centre_forward
1921-03-13 Amateure Sportclub inside_left
1921-04-03 Wacker Amateure centre_forward
1921-04-10 WAF Amateure inside_right
1921-06-12 Amateure Rudolfshügel inside_right
1921-06-19 Amateure Admira inside_right

Zur Person

Ferdinand Swatosch war beim Start der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft gerade einmal 17 Jahre alt. Er durfte zwar schon bei der Kampfmannschaft des SC Simmering mitschnuppern, war aber zunächst eher so etwas wie der Notvorrat im Speisekammerl des Trainers: gut zu wissen, dass er da ist, aber vorerst blieb er auf der Reservebank sitzen.

Seinen ersten großen Auftritt hatte er am 19. Mai 1912. Am WAC-Platz drängten sich 10.000 Zuschauer, was damals als Menschenmenge von geradezu biblischen Ausmaßen galt. Simmering rang Rapid mit 4:3 nieder und der junge Swatosch hatte es besonders eilig: Nach wenigen Minuten schoss er bereits das Führungstor und machte damit unmissverständlich klar, dass er nicht bloß zum Trikotaustragen mitgekommen war.

Der endgültige Durchbruch gelang ihm in der letzten Friedenssaison der Habsburgermonarchie 1913/14. Mit 18 Treffern wurde er drittbester Torschütze der Liga und traf dermaßen zuverlässig, dass Rapid nicht lange fackelte und ihn gleich verpflichtete. Damals war das noch die elegante Art des Spielertransfers: Man sah einen guten Stürmer und sagte sich: „Den nehmen wir, bevor es die anderen tun.“

Doch dann mischte sich leider die Weltgeschichte ein. Der Erste Weltkrieg bremste seine Karriere kräftiger aus als jeder gegnerische Verteidiger. Während der Kriegsjahre kam er nur sporadisch für Rapid zum Einsatz und durfte 1916 an der Dolomitenfront als Munitionsträger einer Artillerieeinheit zeigen, dass er nicht nur Bälle, sondern auch deutlich schwerere Gegenstände transportieren konnte.

Nach dem Krieg kehrte Ferdinand Swatosch nach Simmering zurück und wurde dort zum Publikumsliebling. Die Anhänger hatten ihn offenbar derart ins Herz geschlossen, dass manche wahrscheinlich sogar den Schiedsrichter ausgepfiffen hätten, wenn dieser Swatosch beim Husten wegen Unsportlichkeit verwarnt hätte.

Nach seiner aktiven Laufbahn wechselte Swatosch auf die Trainerbank und begann ein Wanderleben, bei dem so mancher Handelsreisende neidisch geworden wäre. Anfang der dreißiger Jahre zog es ihn nach Frankreich, später nach Deutschland, wo er eine Kölnerin heiratete und den Zweiten Weltkrieg überlebte. Anschließend trainierte er zahlreiche westdeutsche Vereine. Unter anderem stand er bei Arminia Bielefeld, FC Schalke 04 und SC Fortuna Köln an der Seitenlinie. Schon vor dem Krieg hatte er außerdem zwei Jahre lang bei Borussia Dortmund gearbeitet.

So wurde aus dem 17-jährigen Ersatzmann von Simmering ein Mann, der halb Europa bereiste, zwei Weltkriege überstand und mehr Vereine trainierte, als mancher Fußballfan überhaupt fehlerfrei aufzählen kann.

Anekdoten & Zitate

Ferdinand Swatosch, 'der Stürmer der öfters schießen sollte', traf im Spiel Simmering - WAC (3:3) zum 3:2. Im Spiel Simmering - Vienna (6:0) traf der 'schussscheue' Swatosch gleich zwei Mal - 'jetzt dürfte der Knopf aufgegangen sein', kommentierte der Autor.

SC Simmering · Saison 1911/12 ·lustig

Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 1490, 1627

Ferdinand Swatosch traf in der 70. Minute zum 2:1-Siegestreffer für Simmering gegen den WAC (1:2), nachdem WAC-Torhüter Heinrich Hartmann bei einem leichten Ball danebengegriffen hatte und Swatosch lauernd das Geschenk annahm.

SC Simmering · Saison 1912/13 ·lustig

Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1160-1168

Der talentierte Jungbomber Ferdinand Swatosch erhöhte im Spiel Simmering - Amateure (5:2) auf 3:1 und traf in der 81. Minute erneut zum 4:1. Er war damals gerade erst 19 Jahre alt geworden und galt als einer der besten Stürmer der frühen 1920er Jahre in Österreich. Später konnte er mehrfach Meister mit Rapid und Austria werden, wanderte nach Deutschland aus, heiratete eine Kölnerin und trainierte Vereine wie Borussia Dortmund, Arminia Bielefeld und Schalke 04. Er starb am 29. November 1974. Über den von ihm trainierten FC Mulhouse in Frankreich urteilte er vernichtend: 'Eine ganz schreckliche Gesellschaft, natürlich rein fußballerisch gesehen. Die Spieler sind Belehrungen unzugänglich und es ist auch unmöglich sie zu regelmäßigen Training anzuhalten.'

SC Simmering · Saison 1912/13 ·Zitat

Quelle: Rapids erste Titelverteidigung 1912/13, Abs. 1514-1520

Ferdinand Swatosch erzielte im entscheidenden Spiel Simmering - Rapid (2:1) am 28. Juni 1914 (dem Tag der Schüsse von Sarajevo) einen Doppelschlag zwischen Minute 65 und 66 - erst übernahm er nach einem Durchbruch von Johann Ehrlich den Ball direkt und hämmerte ihn zum 1:0 in die Maschen, dann verschuldete Rapids Vinzenz Dittrich im selben Moment ein sinnloses Foul und Swatosch verwandelte den Freistoß zum 2:0. Damit ermöglichte er die größte Sensation der Saison: den Verlust der Tabellenführung von Rapid kurz vor dem Saisonende.

SC Simmering · Saison 1913/14 ·außergewöhnlich

Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 2638

Rapid Stürmer Ferdinand Swatosch verfasste ein Schreiben an den schwer verletzten FAC Verteidiger Karl Lux, in dem er ihm neuerlich versicherte, "dass ihm betreffs des unglücklichen Zufalls jede Absicht fern lag."

Rapid · Saison 1918/19 ·bemerkenswert

Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1918/19, Zeile 3346

In der Sport Rundschau war zu lesen: "Ferdinand Swatosch, der bestbekannte internationale Stürmer des SC Rapid, ist Freitag nach beschwerlicher Reise, darunter 400 Kilometer zu Fuß, von der Westfront in Wien eingetroffen. Vor Verdun, wo seine Batterie stand, hatte Swatosch eine Fußballmannschaft organisiert, mit der die beste deutsche Militärmannschaft mit 3:0 Toren geschlagen wurde."

Rapid · Saison 1918/19 ·außergewöhnlich

Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1918/19, Zeile 2099

Beim historischen 3:2-Sieg gegen Deutschland vor 30.000 Zuschauern (neuer Zuschauerrekord) traf der Stürmerstar aus Simmering zwischen der 64. und 86. Minute gleich drei Mal und stellte damit von 1:1 auf 3:1. Der Sieg der Österreicher war laut Sporttagblatt einzig und allein seinen Einzelleistungen geschuldet, denn er war es, der den Ausschlag über Sieg oder Niederlage gab.

Simmering · Saison 1920/21 ·außergewöhnlich

Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 492

Beim 5:2-Sieg der Hakoah erwischte der Topstürmer einen schlechten Tag: ihm fehlte es an Entschlossenheit, Durchschlagskraft und Schussvermögen, sodass selbst er die katastrophale Chancenverwertung seines Teams nicht ausgleichen konnte.

Simmering · Saison 1920/21 ·lustig

Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 678

Beim Länderspiel gegen Ungarn in Budapest erzielte er das 2:0 in der 43. Minute und wurde neben Richard Kuthan und Karl Wondrak als bester Österreicher bezeichnet.

Simmering · Saison 1920/21 ·außergewöhnlich

Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 1026

Beim 1:2 gegen Rapid wurde der Topstürmer von Vinzenz Dittrich und Leopold Nitsch erfolgreich "abmontiert", obwohl er noch im Länderspiel gegen Deutschland geglänzt hatte.

Simmering · Saison 1920/21 ·lustig

Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 530

Die Amateure verpflichteten den Simmeringer Topstürmer. Bei seinem ersten Einsatz gegen seinen Ex-Verein war er noch nicht spielberechtigt. Bei seinem Debüt gegen den FAC wirkte er noch wie ein Fremdkörper in der neuen Mannschaft: er ließ sich zu weit zurückfallen und spielte als vierter Mittelfeldmann, statt seine Stärken im Angriff einzubringen, und pflegte gemeinsam mit Franz Hansl eine schlampige Spielweise.

Amateure · Saison 1920/21 ·lustig

Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 1929

Beim 10:1-Kantersieg gegen Simmering hatte der Neuzugang noch eine Fußverletzung und konnte daher die Wucht und Durchschlagskraft seines Sturms nicht voll einbringen, während Kalman Konrad an diesem Tag fast im Alleingang demütigte.

Amateure · Saison 1920/21 ·lustig

Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 3568

Im Cupfinale erzielte der Stürmer mit einem klassischen Abstaubertor nach einem Eckball das 2:0 für die Amateure und sicherte sich damit seinen ersten Titel im violetten Trikot. Kurz darauf knallte ein Schuss von ihm an die Stange. Das Sporttagblatt lobte, er habe in seinen Einzelläufen mit dem gleichen Energieaufwand gekämpft wie Josef Uridil - ganz im Gegensatz zu seinem arbeitsscheu wirkenden Sturmpartner Kalman Konrad.

Amateure · Saison 1920/21 ·außergewöhnlich

Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 4438

Glosse 'Swatosch' verspottet ihn dafür, trotz guten Spiels keine Tore zu erzielen (Sept. 1922).

Amateure · Saison 1922/23 ·lustig

Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~500

Erzielt mehrfach Siegtore und Hattricks im Saisonverlauf.

Amateure · Saison 1922/23 ·außergewöhnlich

Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~diverse