Spielerprofil
Franz Prohaska
Vereine & Saisonen
Aufstellungen
| Datum | Heim | Gast | Position |
|---|---|---|---|
| 1920-09-05 | Hakoah | Rudolfshügel | right_half |
| 1920-09-08 | Amateure | WAF | inside_right |
| 1920-09-12 | Rudolfshügel | Hertha | right_half |
| 1920-09-12 | WAF | Vienna | inside_right |
| 1920-09-19 | Rudolfshügel | Rapid | left_half |
| 1920-09-19 | Wacker | WAF | inside_right |
| 1920-10-03 | Wacker | Rudolfshügel | right_half |
| 1920-10-03 | WAF | WAC | right_half |
| 1920-10-10 | Rudolfshügel | Amateure | right_half |
| 1920-10-24 | WAF | Hakoah | left_half |
| 1920-10-24 | Sportclub | Rudolfshügel | right_half |
| 1920-11-14 | Rudolfshügel | FAC | centre_half |
| 1920-11-28 | Rudolfshügel | Vienna | left_half |
| 1920-12-05 | Rudolfshügel | WAC | right_half |
| 1920-12-05 | WAF | Rudolfshügel | right_wing |
| 1920-12-05 | WAF | Rudolfshügel | right_half |
| 1921-03-06 | Simmering | Rudolfshügel | right_half |
| 1921-04-03 | Rapid | Rudolfshügel | left_half |
| 1921-04-10 | Rudolfshügel | Hakoah | left_half |
| 1921-04-30 | Rudolfshügel | Sportclub | right_half |
| 1921-05-08 | Rudolfshügel | WAF | right_half |
| 1921-05-29 | Rapid | Vienna | goalkeeper |
| 1921-06-05 | FAC | Vienna | goalkeeper |
| 1921-06-05 | Rudolfshügel | Admira | centre_half |
| 1921-06-12 | Amateure | Rudolfshügel | centre_half |
| 1921-06-19 | Vienna | Hakoah | goalkeeper |
| 1921-06-19 | Hertha | Rudolfshügel | right_half |
| 1921-06-22 | Wacker | Vienna | goalkeeper |
| 1921-06-26 | Rudolfshügel | Wacker | right_half |
| 1921-06-29 | Vienna | Rudolfshügel | goalkeeper |
| 1921-06-29 | Vienna | Rudolfshügel | right_half |
| 1921-07-03 | Hertha | Vienna | goalkeeper |
Zur Person
Franz Prohaska war über viele Jahre das Gehirn des Rudolfshügler Spiels. Wie alt er genau war, weiß heute niemand mehr so recht. Fest steht nur: Nach dem Ersten Weltkrieg knarrte bei ihm schon manches Gelenk wie eine schlecht geölte Straßenbahn, trotzdem hielt der kleine Maestro bis zum Sommer 1923 in der höchsten Spielklasse durch.
Prohaska war nicht gerade der Typ, vor dem gegnerische Verteidiger wegen seiner Körpergröße erschrocken in Ohnmacht fielen. Klein war er, schmächtig auch, und bei starkem Wind bestand vermutlich die Gefahr, dass er samt Kapitänsschleife nach Favoriten geweht wurde. Aber was ihm an Muskelmasse fehlte, machte er mit Technik, Spielverständnis, präzisem Passspiel und einem Arbeitseifer wett, der manchen kräftigeren Kollegen aussehen ließ wie einen Beamten kurz vor Dienstschluss.
In seinen besten Jahren spielte der kleine Franz derart groß auf, dass sogar die Nationalmannschaft auf ihn aufmerksam wurde. Dort hatte man allerdings die unverschämte Idee, ihn gelegentlich nicht im Zentrum einzusetzen. Eine Zumutung! Prohaska reagierte darauf mit jener stillen Sturheit, die kleine Spielmacher seit Jahrhunderten auszeichnet: Er spielte einfach trotzdem im Zentrum. Die Position, auf die ihn der Teamchef gestellt hatte, blieb dafür oft so leer wie ein Kaffeehaus am Montagmorgen. Besonders gegen Ungarn während des Krieges führte das zu interessanten Zuständen. Die Magyaren bemerkten nämlich rasch, dass auf einer Seite niemand wohnte, und griffen dort mit einer Begeisterung an, als hätten sie ein Sonderangebot entdeckt.
Bei Rudolfshügel war Prohaska der große Dirigent des schnellen Kurzpassspiels. Und wer seine Fotos betrachtet, bekommt ohnehin einen kleinen Schreck: Franz Prohaska sah dem viel später geborenen Herbert Prohaska verblüffend ähnlich. Nicht nur der Familienname war derselbe, auch Frisur, Spielweise und Lieblingsposition schienen aus derselben Fußball-Gussform zu stammen. Herbert wurde zwar erst Jahrzehnte später im benachbarten Simmering geboren, doch da Franz ebenfalls dort lebte und wirkte, darf man zumindest darüber spekulieren, ob nicht irgendwo in den Tiefen der Wiener Verwandtschaft ein gemeinsamer Onkel bei einem Heurigen gesessen und die Fußballgene weitervererbt hat. Bewiesen ist das nicht – aber ganz ausschließen würde man es in Wien auch nicht.
Anekdoten & Zitate
Beim Spiel Rudolfshügel - Hertha (7:0) traf gleich dreimal ein Spieler mit dem Namen Franz Prohaska, der den Spitznamen 'Radfahrer' trug. Während des ersten Weltkrieges brachte es dieser Franz Prohaska zwischen 1915 und 1917 auf immerhin 5 Länderspiele.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 412
In der zentralen Mittelfeldposition der Rudolfshügler zog Franz Prohaska, auch als 'der Radfahrer' bekannt, die Fäden und war im Spiel gegen Rapid der beste Offensivspieler Rudolfshügels. Mittelfeld und Abwehr waren bei Rudolfshügel immer schon stark - es war der Angriff, der ihnen jede Saison Sorgen bereitete, sonst wären sie in jeder Meisterschaft ganz vorne dabei gewesen. Eine gewisse Ähnlichkeit zur späteren Austria-Legende Herbert Prohaska ist nicht von der Hand zu weisen.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 1967, 1985
Im Spiel Rudolfshügel - Simmering (4:0) spielte Mittelfeldregisseur Franz Prohaska wieder einmal überragend und brachte den Sturm mit genauen Bällen immer in vorzügliche Abschlusspositionen. Franz Prohaska war möglicherweise ein Vorfahre der späteren Austria-Legende Herbert Prohaska: Familienname, Statur, Gesicht (besonders die Nase), Position und selbst die Spielweise waren gleich beziehungsweise sehr ähnlich. Beide verbrachten ihre Jugend fast im gleichen Bezirk - Franz in Favoriten, Herbert im benachbarten Simmering. Nur Schneckerl hatte Franz keine.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 376, 380
Rudolfshügels Mittelfeldregisseur und Nationalspieler Franz Prohaska wuchs im Spiel gegen Rapid (3:3) wieder einmal über sich hinaus - die Presse schrieb, er sei derzeit wohl Österreichs bester Mittelfeldspieler, taktisch und technisch vorzüglich, mit Härte und unerbittlicher Zähigkeit. Im Länderspiel gegen Ungarn (6:2) erwischte er einen guten Tag und konnte trotz schwierigem Boden seine technischen Qualitäten ausspielen. Beim 1:8 gegen Simmering im März 1916 spielte das Mittelfeld der Rudolfshügler maximale Offensivunterstützung und Prohaska 'schaukelte das Mittelfeld dann alleine'. Beim Spiel gegen den FAC (1:2) im März 1916 war er hingegen nicht in Form - das Spiel der Gastgeber stand und fiel mit seiner Leistung, und es funktionierte nicht. Beim Städtespiel Berlin-Wien (1:2) half er Friedrich Popovics aus der Patsche, der mit dem unebenen Boden zu kämpfen hatte. Beim 2:7 gegen die Amateure erreichte das Rudolfshügel-Mittelfeld in der zweiten Halbzeit Höchstform und totale Feldüberlegenheit.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 740, 918-920, 967, 998, 1447, 1594, 1700-1704, 2023, 2407
Altstar Franz Prohaska wurde als unermüdlicher Arbeiter mit hohem Laufpensum für das Mittelfeld als Teamkandidat genannt.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4344
Franz Prohaska nahm Ex-Wacker-Stürmer Kurt Haftl komplett aus dem Spiel und zählte zu den besten Rudolfshüglern an diesem Tag.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4272
'Die oft Totgesagten' – als 'Methusalem' bezeichneter, langjähriger Veteran (Nov. 1922).
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~2050