Spielerprofil
Franz Röscher
Vereine & Saisonen
Aufstellungen
| Datum | Heim | Gast | Position |
|---|---|---|---|
| 1920-12-12 | Wacker | Simmering | inside_left |
| 1921-02-20 | Simmering | Wacker | centre_forward |
| 1921-03-06 | Wacker | WAC | inside_left |
| 1921-03-13 | Hakoah | Wacker | inside_left |
| 1921-04-03 | Wacker | Amateure | inside_left |
| 1921-04-10 | Wacker | Hertha | inside_left |
| 1921-05-08 | Wacker | Admira | inside_left |
| 1921-06-15 | Rapid | Wacker | inside_right |
| 1921-06-26 | Rudolfshügel | Wacker | inside_left |
Zur Person
Franz Röscher war eines der ersten großen Stürmertalente der Meidlinger und gehörte zu jener Sorte Fußballer, bei denen die Zuschauer schon beim Aufwärmen den Eindruck hatten, dass der Ball irgendwie lieber bei ihm bleiben wollte als bei allen anderen. Und während manche Kicker nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn den Verein nur noch vom Hörensagen kannten, blieb Röscher den Meidlingern treu und übernahm später sogar das Amt des Sektionsleiters. Er hing seine Fußballschuhe also nicht einfach an den Nagel, sondern blieb dem Verein erhalten, als hätte er dort einen lebenslangen Mietvertrag abgeschlossen.
Auf dem Platz galt Franz Röscher als eleganter und technisch vorzüglicher Spieler. Er gehörte nicht zu jenen Stürmern, die mit der Brechstange arbeiteten oder den Gegner durch pure Körperkraft einschüchterten. Vielmehr zeichnete ihn seine Geschmeidigkeit aus. Wenn andere mit Anlauf und Ellenbogen arbeiteten, versuchte Röscher lieber mit Finesse und Technik ans Ziel zu gelangen.
Ganz ohne kleine Schwächen begann seine Karriere allerdings nicht. Sein größter Gegner war anfangs oft nicht der gegnerische Verteidiger, sondern das eigene Selbstvertrauen. Dazu kam eine eher geringe Körperkraft. So kam es vor, dass er Zweikämpfe bereits aufgab, obwohl noch gar nichts verloren war. Mancher Ball, der für andere längst unerreichbar schien, hätte dank seiner Beweglichkeit und seiner eleganten Spielweise durchaus noch erobert werden können. Doch Röscher verabschiedete sich bisweilen etwas zu früh aus solchen Duellen, als hätte er dem Gegner höflich den Vortritt lassen wollen.
Dabei lag gerade in seiner Geschmeidigkeit eine besondere Stärke. Wo andere mit Gewalt versuchten, den Ball zu behaupten, hätte Franz Röscher oft mit einer geschickten Bewegung oder einem Haken doch noch als Sieger vom Platz gehen können. Seine technische Klasse war jedenfalls unbestritten, und nicht ohne Grund galt er schon früh als eines der vielversprechendsten Sturmjuwelen der Meidlinger.
Anekdoten & Zitate
Im Wacker-Angriff des zweiten Relegationsspiels fiel Franz Röscher als eleganter, technisch vorzüglicher Spieler auf, dessen Makel allerdings geringe Körperkraft und mangelndes Selbstbewusstsein waren - zu früh gab er Zweikämpfe auf, die er dank seiner Geschmeidigkeit leicht hätte gewinnen können. Röscher spielte bis Mitte der 20er Jahre für Wacker und wurde später Vizepräsident und Sektionsleiter. Er war Nationalsozialist, bezeichnete den Anschluss an Deutschland als Erlösung, und findet sich im Buch 'Österreichs Deutschland-Komplex' mit der Aussage, Wacker sei 'immer schon arisch gewesen'.
Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 46
Erzielt zwei 'museumsreife' Tore (März 1923).
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~3650
'Eine bemerkenswerte Leistung' – überraschend gute Dribbelvorstellung (März 1923).
Quelle: Fußball Tagebuch 1922/23 (Buch12), Zeile ~3650