Spielerprofil
Johann Richter
Vereine & Saisonen
Aufstellungen
| Datum | Heim | Gast | Position |
|---|---|---|---|
| 1920-09-05 | Hertha | Rapid | right_wing |
| 1920-09-12 | Rudolfshügel | Hertha | right_wing |
| 1920-10-03 | Amateure | Hertha | right_wing |
| 1920-10-10 | Admira | Hertha | right_wing |
| 1920-10-24 | FAC | Hertha | right_wing |
| 1920-10-31 | WAC | Hertha | right_wing |
| 1920-11-14 | Hertha | Simmering | right_wing |
| 1920-11-21 | Vienna | Hertha | left_wing |
| 1920-11-28 | Hertha | Wacker | right_wing |
| 1920-12-12 | Hertha | Sportclub | right_wing |
| 1920-12-19 | Hertha | WAF | right_wing |
| 1921-02-20 | Sportclub | Hertha | right_wing |
| 1921-03-13 | Hertha | Admira | right_wing |
| 1921-04-03 | Hertha | FAC | right_wing |
| 1921-04-10 | Wacker | Hertha | right_wing |
| 1921-04-30 | Simmering | Hertha | right_wing |
| 1921-05-22 | Hertha | Amateure | right_wing |
| 1921-05-29 | WAF | Hertha | right_wing |
| 1921-06-04 | Hertha | WAC | right_wing |
| 1921-06-12 | Hakoah | Hertha | right_wing |
| 1921-06-19 | Hertha | Rudolfshügel | right_wing |
| 1921-06-26 | Rapid | Hertha | right_wing |
| 1921-07-03 | Hertha | Vienna | right_wing |
Zur Person
Johann Richter – oder: Der Mann, der lieber den Ball laufen ließ als sich selbst
Wenn man heute von den großen Helden des SK Rapid spricht, dann fallen einem Namen wie Uridil oder Weselik ein. Und irgendwo daneben saß Johann Richter, lächelte freundlich und sagte: „Lasst's nur, Burschen, i hab Zeit.“
Geboren wurde der gute Johann im Februar 1896. Damals fuhr noch die Pferdetramway durch Wien, die Herren trugen Schnurrbärte und die Damen waren der Meinung, dass Fußball eine vorübergehende Geistesverwirrung sei. Nun, wie wir wissen, haben sich die Damen geirrt.
Der kleine Hansl war ein ruhiger Bub. Während andere Kinder im Prater auf Bäume kletterten, überlegte er lieber, wohin man einen Ball spielen könnte, damit man selber nicht so viel laufen musste. Diese Eigenschaft sollte später seine große Stärke werden.
„Warum soll i rennen?“, pflegte er zu sagen. „Der Ball hat doch eh vierunddreißig Zentimeter Vorsprung.“
So kam er schließlich zu Rapid. Dort tobten die Stürmer wie aufgescheuchte Fiakerpferde durch die Gegend, schossen Tore und ließen sich feiern. Und mittendrin stand Johann Richter und spielte einen Pass nach dem anderen.
Die Zuschauer schrien:
„Bravo, Uridil!“
„Wunderbar, Weselik!“
Und Johann nickte zufrieden.
„Na bitte, wenn's euch g'fallt.“
Zehnmal durfte er für Österreich spielen. Das war damals noch eine feierliche Angelegenheit. Vor den Spielen wurde geschniegelt, die Haare mit Pomade bekämpft und der Oberlippenbart in Stellung gebracht. Johann soll stets darauf bestanden haben, dass der Ball erst angestoßen werde, wenn sein Scheitel exakt auf zwölf Uhr stand.
Einmal fragte ihn ein Reporter:
„Herr Richter, warum schießen Sie so wenige Tore?“
Da antwortete Johann:
„Weil die anderen so schöne Tore schießen. Da wär's ja unhöflich, wenn ich ihnen dauernd die Arbeit wegnehmen würd.“
Auch privat soll er ein gemütlicher Mensch gewesen sein. Wenn andere Spieler nach dem Match im Kaffeehaus hitzig über Taktik diskutierten, bestellte Johann erst einmal eine Melange und ein Stück Gugelhupf.
„Über Fußball redet man nicht hungrig“, erklärte er.
Seine Mitspieler liebten ihn. Denn wenn es irgendwo einen Streit gab, sagte Johann stets:
„Burschen, regt's euch nicht auf. In hundert Jahren weiß sowieso keiner mehr, wer den Einwurf verursacht hat.“
Und damit hatte er beinahe recht.
Denn viele Jahrzehnte später saßen irgendwelche Fußballverrückten vor ihren Bildschirmen, stöberten in alten Zeitungen und entdeckten plötzlich wieder den Namen Johann Richter.
Und irgendwo hoch oben im Fußballhimmel soll er daraufhin seinen Bart gezwirbelt und gesagt haben:
„Na schau! Jetzt haben's mich doch noch gefunden. I hab mir eh Zeit lassen können.“
Und während nebenan der ungestüme Uridil noch immer versuchte, Engel und Heilige zu tunneln, saß Johann Richter gemütlich auf einer Wolke, trank seine himmlische Melange und freute sich darüber, dass auch die stillen Helden von Hütteldorf nicht vergessen werden.
Ganz so, wie es ein echter Wiener Gentleman eben tut. Und wenn dabei noch ein Peter Alexander-Lächeln aufblitzt, dann hört man ihn förmlich sagen:
„Ja wissen S', Hauptsache, der Ball hat a Gaudi g'habt!“
Anekdoten & Zitate
Zu Johann Richter sind derzeit keine Anekdoten verzeichnet.