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Aus der Buchreihe Austria Wien: Der erste violette Titel
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Spielerprofil

Johann Schwarz

Johann Schwarz – Johann Schwarz
Johann Schwarz

Vereine & Saisonen

Vienna WAF
1911/12 1913/14 1914/15

Zur Person

Er war der erste große Star der Vienna, der Mann, dessen Name in den Anfangsjahren des österreichischen Fußballs mit Ehrfurcht ausgesprochen wurde. Johann Schwarz, geboren in Prag, kam im Herbst 1910 vom Hamburger FC 1888 nach Döbling. Die Vienna hatte seit Jahren nach einem echten Torjäger gesucht – und mit Schwarz fand sie einen Mann, der nicht nur Tore erzielte, sondern Spiele entschied und die Massen begeisterte. Kein Spieler verdiente in den Tagen der ersten österreichischen Meisterschaft mehr als er.

Und Johann Schwarz zahlte das Vertrauen zurück. In der Premierensaison 1911/12 krönte er sich mit seinen Treffern zum ersten Torschützenkönig des Landes. Wo immer er auflief, hielt das Publikum den Atem an. Seine Schnelligkeit, seine Schusskraft und vor allem seine gefürchteten Volleyabnahmen machten ihn zu einer Erscheinung, wie sie der junge österreichische Fußball bis dahin nicht gekannt hatte. Wenn der Ball aus der Luft kam, schien es, als hätte Schwarz mit dem Schicksal selbst ein geheimes Bündnis geschlossen.

Seine überragenden Leistungen blieben natürlich nicht verborgen. Im Sommer 1912 lockte ihn der finanziell starke WAF. Doch die Vienna wollte ihren größten Star nicht kampflos ziehen lassen. Es kam zu erbitterten Auseinandersetzungen um den Transfer, die schließlich in einer einjährigen Sperre endeten. Der gefeierte Torjäger musste tatenlos zusehen und durfte erst in der Saison 1913/14 wieder auf Torejagd gehen. Es war ein bitterer Einschnitt für einen Mann, der für den Fußball lebte.

Doch niemand ahnte, dass seine Geschichte so tragisch enden sollte.

Als im Sommer 1914 die Kanonen des Ersten Weltkrieges zu donnern begannen und Europa in Flammen aufging, tauschte Johann Schwarz das Fußballtrikot gegen die Uniform. Der Mann, der zuvor die Zuschauer mit seinen Volleytoren entzückt hatte, stand plötzlich auf einem Schlachtfeld im heutigen Polen. Dort, in den ersten Tagen des Krieges, stellte er sich mit seinen Kameraden einer überlegenen russischen Offensive entgegen.

Ein Herzschuss beendete sein Leben.

So fiel Johann Schwarz als erster großer Fußballstar Österreichs im Krieg. Aus den Jubelrufen der Tribünen wurden Klagen, aus den Gesängen der Anhänger wurde Schweigen. Der Mann, der den jungen österreichischen Fußball mit seinen Toren verzaubert hatte, kehrte nie mehr zurück.

Zurück blieben nur Erinnerungen an einen außergewöhnlichen Stürmer, an den ersten Torschützenkönig des Landes – und an einen Namen, der in den frühen Tagen des österreichischen Fußballs wie ein heller Stern aufleuchtete, ehe er viel zu früh erlosch.

Anekdoten & Zitate

Johann Schwarz, gebürtiger Prager und damals bestbezahlter Spieler der gesamten Liga, holte sich am Saisonende mit 22 Toren die Torjägerkrone und erzielte damit 44% aller Vienna-Tore in dieser Saison. Er hatte bereits bei Sturm Prag, Karlsbader FC und Hamburger FC 1888 gespielt, bevor er 1910 von der Vienna verpflichtet wurde, um ein Stürmerproblem zu lösen. Er galt als einer der ersten verkappten Profis der Liga. 1912 wechselte er mit juristischen Turbulenzen zum WAF, wo er den WAF in der letzten Vorkriegssaison mit 21 Toren zum Meister schoss. Nur wenige Wochen nach diesem Triumph fiel er an der russischen Front.

Vienna · Saison 1911/12 ·tragisch

Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 164, 1680-1681

Im Spiel Vienna - Hertha (4:0) war der damals wohl bestbezahlte Spieler der gesamten Liga, Johann Schwarz, dreifacher Torschütze.

Vienna · Saison 1911/12 ·außergewöhnlich

Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 476

Beim 5:1-Sieg des WAF über die Vienna brachte Johann Schwarz den WAF schon in der 15. Minute nach Vorarbeit von Cargnelli in Führung. Wenig später krachte ein Bombenschuss von Schwarz an die Stange. Augenblicke darauf traf der WAF erneut zum 2:0 - ob Torschütze nun Haist oder Schwarz war, ließ sich nicht mehr klären, da Schwarz selbst mit dem Ball in das Netz sprang. Das 3:0 in der 34. Minute besorgte wieder Johann Schwarz.

WAF · Saison 1913/14 ·skurril

Quelle: Fussball vor dem Weltkrieg – Österreichs letzte Meisterschaft im Frieden 1913/14, Abs. 943

Der Torschützenkönig der ersten Saison 1911/12 (als Vienna-Spieler) und frischgebackene Meister von 1913/14 (als WAF-Spieler), Johann Schwarz, erlitt im Kampf eine schwere Verletzung, an deren Folgen er auf dem Transport nach Wien starb. Geborener Prager, galt er als einer der ersten Stars der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft und Gerüchten zufolge als bestbezahlter Fußballer Österreichs - seine Stärken waren Schnelligkeit, enorme Schusskraft und er war ein Spezialist für Volleytore. WAC-Spieler Karl Henlein bestätigte unter großer Bewegung den Tod von Schwarz, der, ohne noch einen Schuss abgegeben zu haben, durch einen Kopfschuss fiel.

WAF · Saison 1914/15 ·tragisch

Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 28, 159, 838