Spielerprofil
Karl Krof
Vereine & Saisonen
Aufstellungen
| Datum | Heim | Gast | Position |
|---|---|---|---|
| 1921-04-03 | Simmering | WAF | goalkeeper |
Zur Person
Karl Krof war Torhüter und beim Start der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12 schon ein Mann mit reichlich Erfahrung. Leider war Erfahrung allein nicht immer ein Garant für Sicherheit. Manchmal wirkte es, als hätte er mit dem Ball eine sehr lose Bekanntschaft gepflegt und beschlossen, ihn lieber aus nächster Nähe vorbeifliegen zu betrachten.
Seinem WAF kosteten einige seiner Patzer letztlich den Meistertitel. Die Anhänger verzweifelten, die Stürmer der Gegner bedankten sich höflich und die Vereinsfunktionäre kamen zu dem Schluss, dass man vielleicht einen Torhüter gebrauchen könnte, der sich mit dem Konzept „Ball nicht ins eigene Netz lassen“ etwas stärker identifizierte.
Also wurde Karl Krof nach der Saison ersetzt. Der WAF verpflichtete kurzerhand den ehemaligen Nationaltorhüter Isidor Emil Weinberg, was ungefähr so subtil war wie ein Transparent mit der Aufschrift: „Danke für alles, Karl, aber wir probieren es jetzt einmal anders.“
Danach wurde es erstaunlich ruhig um Krof. Fast schien es, als wäre er mitsamt seinen Handschuhen in den Fußballnebel verschwunden. Erst Jahre später tauchte sein Name wieder in den Schlagzeilen auf – und zwar an einem Ort, den wohl kein WAF-Anhänger auf einer Landkarte gesucht hätte. In russischer Kriegsgefangenschaft wurde Karl Krof Präsident einer österreichischen Kriegsgefangenenmannschaft. Nicht irgendwo, sondern tief im Osten Sibiriens, nahe der russisch-mongolisch-chinesischen Grenze.
So führte ihn das Leben vom WAF-Strafraum bis ans Ende der Welt. Und während manche ehemalige Fußballer nach ihrer Karriere ein Kaffeehaus eröffneten oder Briefmarken sammelten, leitete Karl Krof ausgerechnet eine österreichische Fußballmannschaft in Sibirien. Wahrscheinlich der einzige Vereinspräsident der Welt, bei dessen Auswärtsspielen man sich zuerst fragen musste, auf welchem Kontinent sie überhaupt stattfinden.
Anekdoten & Zitate
WAF-Torhüter Karl Krof rutschte beim Gegentor zum 1:0 für den FAC (Spiel FAC - WAF 1:1) bei einem völlig harmlosen Angriff über links 'das Herz in die Hose'. Das Sportblatt schrieb: 'Er ließ sich den Ball in die Hände passen, anstatt vorher selbst einzugreifen, griff dann aber in der Aufregung daneben und das Malheur war schon geschehen.' Mit diesem Unentschieden war der WAF endgültig aus dem Titelrennen.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 1654-1668
Karl Krof vom WAF schupft in den Ruhepausen ein goldenes Schwein von einer Hand in die andere, während Viktor Müller vom Wiener Sportclub einer altbewährten rosaroten Sau vertraute, welche in der Torecke stand.
Quelle: Als Rapid zum ersten Mal Meister wurde (Chronologie der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 1911/12), Abs. 1293
Karl Krof, der ehemalige und viel gescholtene WAF-Torhüter der ersten Saison 1911/12, der damals beschuldigt wurde, durch einen Torwartfehler dem Verein den Meistertitel gekostet zu haben, wurde in der Schlacht bei Krasnik verwundet und geriet in russische Gefangenschaft. Im März 1915 sandte er eine Postkarte aus Sibirien (Dauria, am östlichen Dreiländereck Russland-Mongolei-China) - er wurde von zwei Schrapnellkugeln am linken Unterschenkel schwer verletzt, ginge ihm aber den Umständen entsprechend gut.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 1008, 1543