Spielerprofil
Leopold Heinz
Vereine & Saisonen
Aufstellungen
| Datum | Heim | Gast | Position |
|---|---|---|---|
| 1920-09-08 | Amateure | WAF | centre_half |
| 1920-09-12 | WAF | Vienna | centre_half |
| 1920-09-19 | Wacker | WAF | centre_half |
| 1920-10-24 | WAF | Hakoah | centre_half |
| 1920-11-12 | WAF | Sportclub | right_half |
| 1920-11-21 | Rapid | WAF | right_half |
| 1920-11-28 | Admira | WAF | left_half |
| 1920-12-05 | WAF | Simmering | centre_half |
| 1920-12-05 | WAF | Rudolfshügel | right_half |
| 1920-12-19 | Hertha | WAF | right_half |
| 1920-12-26 | FAC | WAF | right_half |
| 1921-03-06 | WAF | FAC | right_half |
| 1921-03-13 | WAC | WAF | right_half |
| 1921-03-20 | WAF | Rapid | right_half |
| 1921-04-03 | Simmering | WAF | right_half |
| 1921-04-10 | WAF | Amateure | right_half |
| 1921-05-08 | Rudolfshügel | WAF | right_half |
| 1921-05-29 | WAF | Hertha | left_half |
| 1921-06-04 | Hakoah | WAF | right_half |
| 1921-06-12 | WAF | Admira | right_half |
| 1921-06-19 | Sportclub | WAF | right_half |
| 1921-07-07 | Vienna | WAF | left_half |
Zur Person
Leopold Heinz war beim Start der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft 22 Jahre alt und gehörte am 27. August 1911 beim Auftaktsieg des WAF gegen den FAC zur Mannschaft. Als rechter Mittelfeldspieler durfte er damals noch ohne taktische PowerPoint-Präsentationen und GPS-Weste seinem Handwerk nachgehen.
Ende 1913 begannen bereits die ersten Experten zu murren. Heinz sei zu schwerfällig geworden, hieß es. Im Fußball wird man bekanntlich schneller zum „alten Eisen“ erklärt als ein Fiakerpferd zum Pensionisten. Dazu kam, dass Leopold Heinz schon vor dem Ersten Weltkrieg seine Begeisterung für die ewige Hetzerei hinter dem Ball etwas verloren hatte. Er griff lieber gelegentlich zur Schiedsrichterpfeife, während seine Leistungen als Spieler nicht mehr ganz an die frühen Jahre heranreichten.
Manche hatten ihn deshalb schon lange abgeschrieben und behandelten ihn, als würde er demnächst im Vereinslokal eingerahmt an der Wand hängen. Doch der gute Leopold dachte gar nicht daran, sich so einfach in den Fußballruhestand schieben zu lassen. Er hielt sich bis zum Sommer 1918 in der Kampfmannschaft des WAF und hatte danach sogar noch ein unerwartetes Nachspiel.
Denn als viele glaubten, Heinz sei endgültig im Schaukelstuhl verschwunden, tauchte er in der Saison 1920/21 plötzlich wieder auf. Mal als Mittelläufer, mal als rechter oder linker Läufer, stopfte er Löcher, wo gerade welche vorhanden waren. Gegen Amateure, Rapid, Hakoah, Vienna oder den Sportclub war der angeblich längst verbrauchte Veteran noch immer zur Stelle. Insgesamt brachte er es in dieser Spielzeit auf 23 Meisterschaftseinsätze.
Für einen Mann, den man bereits Jahre zuvor zum „alten Eisen“ erklärt hatte, war das eine beachtliche Antwort. Leopold Heinz hatte offenbar beschlossen, dass Rost zwar eine schöne Farbe sei, aber kein ausreichender Grund, mit dem Fußballspielen aufzuhören.
Anekdoten & Zitate
WAF-Stürmer Leopold Heinz nahm an der Schlacht bei Lemberg teil und war wohlauf. Er schrieb dem Sportblatt: 'Mit Bedauern erhielt ich die Nachricht, dass einige meiner Fußballerkollegen auf dem Felde der Ehre gefallen sind. Ehre ihrem Angedenken! Zu den Resultaten gegen Berlin und gegen Ungarn beglückwünsche ich die Wiener Fußballgemeinde. Mit einem kräftigen Hipp Hipp hurrah! dem österreichischen Fußballsport.' Heinz überlebte den Krieg und spielte noch bis 1923 erstklassig beim WAF.
Quelle: Fussball im Ersten Weltkrieg: Österreichs erste Meisterschaft im Krieg 1914/15, Abs. 604, 876
Leopold Heinz heiratete Fräulein Emma Holzer.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 1032
Leopold Heinz war in hervorragender Form und schrieb einen Leserbrief an das Wiener Sporttagblatt, um öffentlich die Leistung des Schiedsrichters nach einer Niederlage des WAF zu kritisieren.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 3691
Nach dem sensationellen 2:0-Sieg des WAF gegen Rapid ging Rapid-Stürmer Richard Kuthan auf den WAF-Kapitän Leopold Heinz zu und beglückwünschte ihn mit den Worten: "Mit der Mannschaft brauchst Du Dich nicht zu schämen."
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4305
Leopold Heinz wurde in der Bewertung der Teamkandidaten vor dem Länderspiel als universell im Mittelfeld einsetzbar, fleißig, technisch hervorragend und als bedeutender Taktiker mit seltener Umsicht und gutem Stellungsspiel beschrieben - auf jeder Position ein Gewinn.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 4339
Der alte und erfahrene Spielmacher brachte beim überraschenden 1:0-Sieg gegen die Amateure viel Ruhe in die Mannschaft und sorgte für die nötige Stabilität - er war das einzige Überbleibsel, neben Josef Haist, aus den glorreichen Tagen des Vereins.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 1432
Beim Spiel gegen die Hertha im Schneechaos gab der Routinier als Kapitän das Kommando zum Spielabbruch, nachdem sein Torhüter invalide getreten worden war und er weitere schwere Verletzungen fürchtete.
Quelle: Buch10 (Fußball Tagebuch Saison 1920/21, Austria Wien: Der erste violette Titel), Zeile 1642
WAF-Altstar Leopold Heinz wurde am 4. Dezember 1921 als 'wieder einmal in Höchstform' beschrieben - mit seiner 'beeindruckenden Fähigkeit', den Ball konsequent am Tor vorbeizuschießen, sorgte er für zahlreiche 'unvergessliche Momente'.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Was sonst noch passierte', Para. 1414
Leopold Heinz wurde gemeinsam mit Alois Kvitek und Adolf Fischera als Teil der 'alten Garde' des WAF gewürdigt, die mit Eleganz und jahrelanger Erfahrung den wahren Geist der Mannschaft verkörperten.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Was sonst noch geschah', Para. 2212