Spielerprofil
Richard Beer
Vereine & Saisonen
Aufstellungen
| Datum | Heim | Gast | Position |
|---|---|---|---|
| 1920-09-12 | Sportclub | Amateure | right_back |
| 1920-09-19 | Sportclub | WAC | right_back |
| 1920-10-03 | Sportclub | Hakoah | right_back |
| 1920-10-10 | Rapid | Sportclub | right_back |
| 1920-10-24 | Sportclub | Rudolfshügel | right_back |
| 1920-11-12 | WAF | Sportclub | left_back |
| 1920-11-21 | Wacker | Sportclub | right_back |
| 1920-11-28 | Simmering | Sportclub | right_back |
| 1920-12-05 | Sportclub | FAC | right_back |
| 1920-12-12 | Hertha | Sportclub | right_back |
| 1921-02-20 | Sportclub | Hertha | right_back |
| 1921-03-06 | Sportclub | Vienna | right_back |
| 1921-03-13 | Amateure | Sportclub | right_back |
| 1921-04-03 | Admira | Sportclub | right_back |
| 1921-04-10 | FAC | Sportclub | right_back |
| 1921-04-30 | Rudolfshügel | Sportclub | right_back |
| 1921-05-15 | Hakoah | Sportclub | right_back |
| 1921-05-22 | Sportclub | Rapid | right_back |
| 1921-05-29 | Sportclub | Wacker | right_back |
| 1921-06-12 | Sportclub | Simmering | centre_half |
| 1921-06-19 | Sportclub | WAF | right_back |
| 1921-06-29 | WAC | Sportclub | right_back |
Zur Person
Richard „Irxl“ Beer wurde am 3. Jänner 1897 in Wien geboren und entwickelte sich zu einer Zeit, als die meisten Verteidiger ihre Aufgaben noch ungefähr so verstanden wie ein Türsteher nach Mitternacht, zu einem der besten Abwehrspieler Österreichs. Sein Spitzname „Irxl“ klang zwar eher nach einem grantigen Dackel als nach einem Nationalspieler, aber auf dem Fußballplatz war mit dem stämmigen und wuchtigen Sportclub-Verteidiger nicht zu spaßen.
Nach ersten Gehversuchen beim Nachwuchs des Wiener Sport-Clubs verschlug es ihn kurz zu den Wiener Rasenspielern. Offenbar stellte er dort fest, dass es in Dornbach doch am schönsten war, und kehrte zum Sportclub zurück. Von 1914 bis 1928 blieb er den Schwarz-Weißen treu und wurde zu einer Institution. 275 Pflichtspiele und sieben Tore stehen zu Buche. Für einen Verteidiger jener Zeit war das ungefähr so, als würde ein Installateur nebenbei noch Opernsänger werden.
Während andere Verteidiger einfach versuchten, den Ball möglichst weit wegzuschlagen, kam Richard Beer auf eine verrückte Idee. Er gehörte zu den ersten Spielern in Österreich, die mit der damals völlig neuartigen Abseitsfalle arbeiteten. Im Spiel gegen die Amateure führte der gerade einmal 18-jährige Innenverteidiger das sogenannte Ein-Back-System ein. Die Presse staunte nicht schlecht. Manche Zuschauer dürften sich gefragt haben, ob Beer überhaupt noch verteidigen wollte oder ob er sich bloß verlaufen hatte. Heute gilt er als einer der Väter der österreichischen Abseitsfalle. Er war also gewissermaßen der Mann, der den gegnerischen Stürmern erklärte, dass sie zwar Tore schießen dürften, aber bitte nur nach den Regeln.
Gemeinsam mit Josef Teufel bildete er eines der berühmtesten Verteidigerduos des Landes. Teufel war der beweglichere Mann, Beer dagegen die menschliche Naturgewalt. Vor ihnen stand Torhüter Eduard Kanhäuser. Zusammen galten die drei zeitweise als die stärkste Defensive Österreichs. Wer gegen den Sportclub ein Tor erzielen wollte, musste entweder ein Genie sein oder sehr viel Glück haben.
Mit der großen Sportclub-Mannschaft der frühen Zwanzigerjahre gewann Beer die Meisterschaft 1921/22 und holte 1923 den ÖFB-Cup. Davor waren allerdings die Cupfinali von 1919 und 1921 verloren gegangen. Der Sportclub hatte also gelernt, dass aller guten Dinge nicht zwei, sondern drei sind.
Auch im Nationalteam hinterließ Beer seine Spuren. Zwischen 1920 und 1925 bestritt er elf Länderspiele für Österreich. Seine größten Konkurrenten waren Josef Blum und Karl Rainer von der Vienna. Manchmal spielte Beer sogar gemeinsam mit Blum. Die gegnerischen Mittelstürmer dürften sich dabei ungefähr so wohl gefühlt haben wie ein Vegetarier auf einem Grillfest.
Natürlich war auch Richard Beer nicht vor Missgeschicken gefeit. Im Juni 1922 unterlief ihm gegen Wacker ein unglückliches Eigentor, das zum 0:2 beitrug. Wahrscheinlich hätte er den Ball am liebsten eigenhändig bis zur Donau geprügelt. Doch ein einzelnes Missgeschick konnte seinen Ruf nicht beschädigen. Schließlich hatte derselbe Mann zuvor im Spiel gegen den FAC sogar noch das 3:3 erzielt und seinem Sportclub einen Punkt gerettet. Richard Beer war eben ein Mann, der gelegentlich selbst nicht genau wusste, auf welches Tor er gerade am nützlichsten schießen sollte.
Am 30. Oktober 1973 starb Richard „Irxl“ Beer in Wien. Sein Name ist heute nur noch wenigen Fußballhistorikern geläufig. Doch in den frühen Zwanzigerjahren gehörte er zu den bekanntesten Verteidigern Österreichs. Und während viele Spieler lediglich Bälle wegschossen, erfand „Irxl“ Beer nebenbei noch die österreichische Variante der Abseitsfalle. Nicht schlecht für einen Mann, dessen Spitzname eher nach einem verschlafenen Fiakerpferd als nach einem Fußballpionier klang.
Anekdoten & Zitate
Der damals gerade 18-jährige Sportclub-Innenverteidiger Richard Beer, genannt 'Irxl', stämmig und wuchtig, war einer der ersten Spieler in Österreich, die die damals neuartige 'Abseitsfalle' praktizierten - im Spiel Sportclub gegen die Amateure (1:2) führte er dieses 'Ein-Verteidiger-System' ein, was die Presse besonders hervorhob. Beer gilt heute in Österreich als Vater der Abseitsfalle. Mit der großen Sportclub-Mannschaft der frühen 20er Jahre holte er einmal den Meistertitel und einmal den Cupsieg. Im Spiel Sportclub-FAC (3:3) fixierte er noch den Ausgleich.
Quelle: Rapid Wien oder FAC: Der spannende Krimi um den Meistertitel 1915/16, Abs. 123, 349-353, 565, 1182-1183, 2529
Die frühe Form der Abseitsfalle (das 'Ein-Back-System') wurde laut Buch von Sportclub-Verteidiger Richard Beer erfunden.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Abschnitt 'Das Ein-Back-System', Para. 1175
Im Spiel Wacker gegen Sportclub am 17. Juni 1922 verschuldete Richard Beer durch ein unglückliches Eigentor (63. Minute) das zweite Gegentor seines Teams beim 0:2.
Quelle: Fussball Tagebuch 1921/22, Spielbericht 'Wacker - Sportclub 2:0', Para. 2852, 2854