Spielerprofil
Walter Joachim
Vereine & Saisonen
Aufstellungen
| Datum | Heim | Gast | Position |
|---|---|---|---|
| 1920-10-24 | Rapid | Amateure | goalkeeper |
| 1920-11-14 | Amateure | Wacker | goalkeeper |
| 1920-11-21 | WAC | Amateure | goalkeeper |
| 1920-12-05 | Admira | Amateure | goalkeeper |
| 1920-12-12 | Amateure | FAC | goalkeeper |
| 1921-01-16 | Simmering | Amateure | goalkeeper |
| 1921-02-13 | FAC | Amateure | goalkeeper |
| 1921-02-20 | Vienna | Amateure | goalkeeper |
| 1921-03-06 | Hakoah | Amateure | goalkeeper |
| 1921-03-13 | Amateure | Sportclub | goalkeeper |
| 1921-04-10 | WAF | Amateure | goalkeeper |
| 1921-06-04 | Amateure | Simmering | goalkeeper |
| 1921-06-08 | Amateure | WAC | goalkeeper |
| 1921-06-19 | Amateure | Admira | goalkeeper |
| 1921-06-29 | Amateure | Rapid | goalkeeper |
Zur Person
Als die erste österreichische Fußballmeisterschaft 1911 ihren Betrieb aufnahm, war Walter Joachim noch in einem Alter, in dem andere Buben Murmeln verloren und sich über Schularbeiten beschwerten. Der spätere Austria-Torhüter war gerade einmal zehn Jahre alt und hatte wichtigere Aufgaben zu erledigen als Mittelstürmer zur Verzweiflung zu bringen.
Erst mitten im Ersten Weltkrieg tauchte Walter Joachim bei den Wiener Violetten auf. Sein Debüt feierte er am 5. Dezember 1915 in Ober Sankt Veit ausgerechnet mit einem 0:4 gegen Rapid. Ein Einstand, der ungefähr so gemütlich verlief wie ein Besuch beim Zahnarzt ohne Betäubung. Trotzdem etablierte sich der junge Torhüter rasch als Stammkraft – nicht zuletzt deshalb, weil der Verein damals personell ungefähr so viele Alternativen hatte wie ein Vegetarier beim Grillfest eines Fleischhauers.
Joachim war ein ganz eigener Mensch. Stur wie ein Maultier und von der Sorte Fußballer, die lieber mit der Realität diskutierten, anstatt sich von ihr belehren zu lassen. An guten Tagen hielt er Bälle, bei denen sich die Zuschauer fragten, ob der Herr Torhüter womöglich mehrere Arme besaß. An schlechten Tagen wiederum vermittelte er den Eindruck, als hätte er kurz vor Spielbeginn beschlossen, den Nervenkitzel des Publikums aktiv zu fördern.
Seine größte Schwäche war das Herauslaufen. Wenn ein gegnerischer Stürmer allein auf ihn zustürmte, wirkte Joachim manchmal wie ein Beamter kurz vor Dienstschluss: grundsätzlich nicht abgeneigt, sich zu bewegen, aber nur unter größtem inneren Protest. Auf der Linie hingegen war er meist glänzend und fischte Bälle aus den Ecken, als hätte er dort persönliche Eigentumsrechte angemeldet.
Seine Leistungen waren dennoch so beeindruckend, dass die Presse lautstark seine Einberufung in die Nationalmannschaft forderte. Damals gab es noch Journalisten, die sich nicht mit Transfergerüchten beschäftigten, sondern tatsächlich Fußballspiele anschauten. Und tatsächlich kam Joachim zu seinem Länderspieldebüt und schrieb Geschichte: Bis heute gilt er als Österreichs jüngster Nationalspieler.
Ein Rekord, der zeigt, dass man auch dann in die Geschichtsbücher kommen kann, wenn man gelegentlich beim Herauslaufen wirkte, als hätte man gerade erst erfahren, dass der Strafraum nicht mit einem unsichtbaren Elektrozaun gesichert ist.
Anekdoten & Zitate
Der 19-jährige Walter Joachim, der bereits als 14-Jähriger in der Kampfmannschaft debütiert hatte, eroberte sich seinen Stammplatz gegen den neuen Torhüter der österreichischen Nationalmannschaft, Wilhelm Meisl, zurück.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 5025
Im Spiel gegen den Sportclub versetzte Torhüter Walter Joachim seinem Gegner nach dem Abpfiff einen absichtlichen Tritt auf den Oberschenkel und wurde dafür vom Feld gestellt - Otto Fuchs musste daraufhin als Aushilfstormann einspringen.
Quelle: Österreichische Geschichte - Fussball Tagebuch 1919/20, Zeile 5575