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Aus der Buchreihe Austria Wien gegen Rapid Wien
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Verein

SC Wacker Wien

SC Wacker Wien nahm an 12 Meisterschaften zwischen 1911 und 1926 teil (241 Meisterschaftsspiele dokumentiert).

Saisonen

Über den Verein

Der SC Wacker Wien wurde irgendwann zwischen 1906 und 1908 von dem jungen Meidlinger Max Freund gegründet. Der Schüler kickte damals beim WAC-Nachwuchs, doch die ständige Pilgerreise in den Prater ging ihm derart auf die Nerven, dass er beschloss: Wenn schon Fußball, dann bitte ohne halbe Weltreise. Gemeinsam mit seinem Freund Oskar Wittek trommelte er die halbe Nachbarschaft zusammen und gründete kurzerhand in Meidling einen eigenen Verein.

Der Name „Wacker“ entstand dabei keineswegs nach langen Sitzungen oder philosophischen Debatten. Max Freund pflegte seine Mitspieler bei Zweikämpfen ständig mit einem energischen „Wacker! Wacker!“ anzubrüllen. Da man im frühen 20. Jahrhundert noch keine Marketingagenturen beschäftigte, war die Sache rasch erledigt. Der Verein hieß fortan einfach Wacker.

Max Freund selbst entwickelte sich zum Herz, zur Seele und praktisch zur gesamten emotionalen Infrastruktur des Vereins. Als 1911/12 die Meisterschaft begann, startete Wacker in der zweiten Liga. Dort stellte man allerdings bald fest, dass die Konkurrenz ungefähr so willkommen war wie ein Regenschirm mit Löchern. Wacker wurde souverän Meister, scheiterte aber in der Relegation am Aufstieg.

Im darauffolgenden Jahr wiederholte sich das Schauspiel beinahe eins zu eins. Wieder Meister, wieder Relegation, wieder gescheitert. Es war, als hätte irgendein höheres Wesen beschlossen, dass die erste Liga zwar nett aussah, aber bitte nur aus sicherer Entfernung betrachtet werden durfte.

1913/14 wurde die Relegation schließlich abgeschafft. Endlich durfte der Meister direkt aufsteigen. Natürlich wurde Wacker auch diesmal wieder Meister, zum dritten Mal in Folge sogar, und der Traum von der Erstklassigkeit war endlich Wirklichkeit geworden.

Und genau in diesem Moment beschloss Europa, sich lieber gegenseitig zu beschießen. Der Erste Weltkrieg brach aus, die Meisterschaft wurde abgesagt und Wacker durfte zum dritten Mal in Folge zusehen, wie ihm das große Ziel direkt vor der Nase weggezogen wurde. Langsam musste man glauben, dass irgendein Beamter persönlich etwas gegen Meidling hatte.

Erst im Frühjahr 1915 wurde die Meisterschaft in verkürzter Form fortgesetzt. Diesmal gelang Wacker endlich der Sprung in die höchste Spielklasse. Und noch immer stand Vereinsgründer Max Freund selbst auf dem Platz, mal als Verteidiger, mal als kreativer Mittelfeldspieler.

Das Wort „kreativ“ war allerdings eher auf Max Freund als auf die gesamte Mannschaft zu beziehen. Der Wacker-Platz genoss nämlich den Ruf eines Ackers, auf dem sich selbst Erdäpfel vermutlich geweigert hätten zu wachsen. Technisch feine Mannschaften kamen dort regelmäßig an ihre Grenzen und verließen Meidling mit dem Gesichtsausdruck von Menschen, die soeben in ein offenes Kanalgitter getreten waren.

Wacker dagegen liebte diese Verhältnisse. Kampf, Einsatz und eine Verteidigung, die härter war als die Matratzen der damaligen Zeit, wurden zum Markenzeichen. Als man schließlich in Ferdinand Feigl ein wahres Torwartgenie entdeckte, wurde die ohnehin schon schwer zu überwindende Abwehr noch unangenehmer. Gegnerische Stürmer konnten sich darauf einstellen, entweder an den Verteidigern zu verzweifeln oder an Feigl – meistens an beiden gleichzeitig.

Anekdoten

Zu SC Wacker Wien sind derzeit keine Anekdoten verzeichnet.