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Aus der Buchreihe Fussball Legenden 1916/17
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Verein

SK Rapid Wien

SK Rapid Wien nahm an 15 Meisterschaften zwischen 1911 und 1926 teil (297 Meisterschaftsspiele dokumentiert).

Saisonen

Über den Verein

Rapid begann die erste österreichische Fußballmeisterschaft der Saison 1911/12 als Außenseiter ohne richtige Heimat. Ein Jahr zuvor war der Verein praktisch pleite, die alte Heimstätte in Rudolfsheim war verloren gegangen und zahlreiche Spieler hatten das Weite gesucht. Es war ungefähr die Art von Ausgangslage, bei der vernünftige Menschen empfehlen, sich ein ruhiges Hobby wie Briefmarkensammeln zuzulegen.

Übrig geblieben waren nur einige besonders hartnäckige Kicker und eine Schar junger Nachwuchsspieler, die vermutlich noch nicht einmal wussten, dass man sich in so einer Situation eigentlich Sorgen machen sollte. Also marschierte Rapid mit einer Mischung aus Hoffnung, Improvisation und einer gewissen „Schau ma amal“-Mentalität in die erste österreichische Meisterschaft.

Zum Glück besaß der Verein schon damals etwas, das Geld allein nicht kaufen konnte: einen treuen und fanatischen Anhang. Die Rapidler hielten ihrem Verein die Stange, egal ob Sieg, Niederlage oder finanzieller Herzstillstand. Gemeinsam biss man sich durch die schwere Zeit. Währenddessen wurde in Hütteldorf fleißig an einer neuen Heimstätte gebaut. Man hatte zwar nicht viel, aber wenigstens einen Haufen Enthusiasmus und genügend Menschen, die bereit waren, für Rapid Berge zu versetzen oder zumindest Schubkarren zu schieben.

Und dann geschah etwas, womit außerhalb von Hütteldorf ungefähr niemand gerechnet hatte. Rapid spielte eine hervorragende Saison. Die großen Herren vom Sportclub, WAC und WAF hatten vermutlich angenommen, die grün-weißen Habenichtse würden froh sein, wenn sie nicht Letzter würden. Stattdessen stand plötzlich dieser Verein ohne Geld, ohne altes Stadion und mit einer halben Kindergartentruppe mitten im Titelrennen und holte im Sommer 1912 tatsächlich die allererste österreichische Meisterschaft.

Damit hätte man sich eigentlich zufrieden zurücklehnen können. Aber Rapid dachte gar nicht daran. Im Jahr darauf wurde der Titel nicht einfach verteidigt, sondern mit einer derartigen Wucht, dass man beinahe den Eindruck hatte, die Mannschaft wolle sich für alle schlechten Zeiten der Vergangenheit auf einmal revanchieren. Ein Gegner nach dem anderen wurde vom Platz gefegt. Die Konkurrenz schaute irgendwann nur noch mit jener Mischung aus Resignation und Fassungslosigkeit zu, mit der man sonst einem Dampfwalzenfahrer beim Einparken zusieht.

Am Ende stand Rapid mit riesigem Vorsprung an der Spitze. Innerhalb von nur zwei Jahren hatte sich der Verein vom hoch verschuldeten Obdachlosen des österreichischen Fußballs zum größten Klub des Landes entwickelt. Eine Karriere, die ungefähr so unwahrscheinlich war, als würde ein Mann nach dem Verlust seiner Wohnung und seines Arbeitsplatzes zwei Jahre später plötzlich als Kaiser von Österreich aufwachen.

Anekdoten

Zu SK Rapid Wien sind derzeit keine Anekdoten verzeichnet.