Arthur Preiss

Arthur Preiss war als heissblütiger Mittelfeldspieler bekannt, dem schon einmal “die Hand auskommen” konnte. Er begann seine Karriere bei der Viktoria und wechselte am Höhepunkt seiner Laufbahn, im Jahr 1909, zum damals hochklassigen WAC. In diesem Jahr kam er auch zu seinen einzigen zwei Länderspieleinsätzen.

Erreichte er gegen Ungarn noch ein 1:1 in Budapest, so setzte es nur wenige Tage später in Wien gegen Fußballgroßmacht England eine 1:8 Niederlage.

Als im Sommer 1911 die erste Fußballmeisterschaft startete, wechselte Preiss zu den Amateuren, die sich erst im Jahr davor nach einer Abspaltung von den Cricketern, der sogenannten “Palastrevolution”, neu gegründet hatten.

Bei der 1:6 Niederlage mit den Amateuren am 12. November 1911 auf der alten Hohen Warte bei der Vienna kam es zum großen Skandal, als er den Linienrichter nach einer Meinungsverschiedenheit ohrfeigte. Das hatte einige Tage später einen wütenden Leserbrief eines Vienna Anhängers in einer Wiener Sportzeitung zur Folge. Arthur Preiss wurde weder im Spielbericht, noch im Leserbrief namentlich genannt. Die Beschreibung passt jedoch genau auf ihn und später wurde meine Vermutung dann auch bestätigt, als er vor dem Disziplinargericht mit vollen Namen schuldig gesprochen wurde.

Anfang der 20er Jahre, während der Herbstsaison 1921, war er kurz als Trainer der Amateure tätig. Nur ein einziger Punkt aus den letzten 3 Spielen des Jahres 1921 waren dem damaligen Präsidenten Dr. Wertheim aber zu wenig. Preiss musste gehen. Danach kehrte er dem Fußballsport für immer den Rücken.

Ende der 20er Jahre arbeitete Preiss als Sprecher beim Wiener Radio. So war er am Dienstag, dem 28. August 1928 um 18:15 zu hören, als er in der Sendung “Jugendstunde” die Lebenserinnerungen von Ludwig Ganghofer vortrug.

1937 trat er sogar als Autor in Erscheinung und verfasste mit Max Diamant im Verlag Löwit ein Werk über die jüdische Volkskunst. Danach verliert sich seine Spur.