Franz Sedlacek

Franz Sedlacek, der “Benjamin” gerufen wurde, war im ersten Meisterschaftsspiel am 27. August 1911 noch nicht dabei. Auf seiner Position im rechten Mittelfeld spielte Leopold Heinz.

Franz Sedlacek trat zum ersten Mal als 19-jähriger bei der 3:5 Auswärtsniederlage des WAF in Simmering am 12. Mai 1912 in Erscheinung. Er spielte da allerdings neben Alois Kvitek und Leopold Heinz im linken Mittelfeld.

Sedlacek wurde rasch zum Stammspieler und blühte in den folgenden Jahren richtig auf. Vor allem während des Ersten Weltkrieges brachte er in den Meisterschaftsspielen immer seine Leistung und zählte mit seinen konstanten Vorstellungen immer zu den besten Akteuren seines Vereins. Seine Stammposition war das rechte Mittelfeld. Dort zeigte er immer seine besten Spiele. Versuche ihn auf der Position des zentralen Spielgestalters einzusetzen schlugen zwar nicht fehl, er war allerdings auf der rechten Mittelfeldposition viel wertvoller.

Franz Sedlacek kam ursprünglich vom AC Viktoria und wechselte später zum WAC. Da er dort der jüngste Spieler seiner Mannschaft war, erhielt er den Spitznamen Benjamin, welchen er während des Großteils seiner Spielerkarriere beibehielt. Er war im Sommer 1910 an der WAC Revolte beteiligt und verließ den Verein mit dem Großteil der anderen Spieler um den WAF zu gründen. Sedlacek war damals gerade einmal 17 Jahre alt.

Beim Start der ersten österreichischen Fußballmeisterschaft war er daher schon im Kader der Kampfmannschaft mit dabei, kam aber in den ersten Spielen noch zu keinen Einsätzen. Neben Leopold Heinz und Alois Kvitek, gab es damals auch einen gewissen Karl Tekusch der seinen Stammplatz im Mittelfeld hatte und der zählte damals zu den größten Stars der gesamten Liga. Sedlacek musste daher Geduld haben und auf seine Chance warten.

Den endgültigen Durchbruch schaffte er im Frühjahr 1913, als die Vereinsverantwortlichen eine Verjüngung des WAF in die Wege leiteten. Viele Altstars verließen den Verein und Franz Sedlacek war nun endgültig in der Startformation angelangt.

Franz Sedlacek wurde als Spieler mit hohem Spielverständnis, gediegener Balltechnik und guter körperliche Veranlagung beschrieben, der als einer der ersten im Wiener Fußball erkannte, dass man sich als Seitenläufer auch in den Spielaufbau einbringen sollte.

Im Mai 1919 zog sich Sedlacek eine schwere Knieverletzung zu, welche seine Karriere weitgehend beendete. Er unternahm noch Comebackversuche beim WAF und ab Jänner 1920 beim WAC, wo er in der Abstiegssaison 1920/21 zu seinen letzten Einsätzen kam ehe er seine aktive Karriere beendete.

Nach seiner aktiven Spielerkarriere schlug Sedlacek die Trainerlaufbahn ein. Seine erste Stelle trat er im April 1922 beim MTV Pirmasens an. Anfang 1923 wechselte er nach Italien und übernahm den Trainerposten bei Vicenza Calcio. Anschließend betreute er Padua sowie vom Oktober 1924 bis 1926 die AC Venedig, ehe er nach Wien zurückkehrte und ab Dezember 1926 beim FK Austria Wien tätig war. In der Saison 1927/28 war Sedlacek wieder in Italien tätig, diesmal für Lazio Rom.

Im Februar 1929 folgte die Übernahme des Trainerpostens beim polnischen Erstligaaufsteiger Garbarnia Kraków mit dem er auf Anhieb die Vizemeisterschaft hinter Warta Posen erreichte. In der Folgesaison reichte es nur mehr für den sechsten Platz. Nach den beiden Jahren in Krakau war Sedlacek vorübergehend bei mehreren oberschlesischen Vereinen tätig, eher er Mitte 1931 beim Karlsruher FV unterschrieb mit dem er 1932 badischer Meister wurde. 1933 kehrte der Trainer in seine Heimatstadt zurück wo er einen Vertrag bei seinem ehemaligen Verein WAC unterschrieb. Am Tag des geplanten ersten Trainings mit der Pratermannschaft erlag Sedlacek im Alter von 40 Jahren einem Schlaganfall.

Franz Sedlacek am Beginn seiner Karriere.